Fadenfische & Guramis – Faszination Labyrinthfische
Fadenfische und Guramis zählen zu den eleganzesten und faszinierendsten Bewohnern des Süßwasseraquariums. Mit ihren langen, fadenförmigen Bauchflossen, den leuchtenden Farben und ihrem interessanten Verhalten haben sie sich einen festen Platz in der Herzen vieler Aquarianer erobert. Ihre besondere Fähigkeit, atmosphärischen Sauerstoff atmen zu können, macht sie nicht nur biologisch einzigartig, sondern auch zu vergleichsweise anpassungsfähigen Pfleglingen. In diesem Artikel erfährst du alles über die Haltung, die verschiedenen Arten, die richtige Einrichtung des Aquariums und die erfolgreiche Zucht dieser wunderbaren Fische.
Was sind Labyrinthfische?
Labyrinthfische (Anabantoidei) sind eine Unterordnung der Kletterfische und stammen ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Südostasiens. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Indien und Sri Lanka über Thailand, Vietnam, Malaysia und Indonesien bis hin zu den Philippinen. Sie bewohnen dort langsam fließende und stehende Gewässer wie Reisfelder, Tümpel, Sümpfe und dicht bewachsene Bachläufe – Habitate, die oft sauerstoffarm sind.
Der Name „Labyrinthfisch" leitet sich von einem einzigartigen Atmungsorgan ab: dem Labyrinthorgan. Dieses paarige, labyrinthisch gefaltete Organ sitzt oberhalb der Kiemen und ermöglicht es den Fischen, direkt atmosphärischen Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen. Es besteht aus stark durchbluteten, knöchernen Lamellen, die mit Schleimhaut überzogen sind – ähnlich wie bei einer Lunge. Wenn ein Labyrinthfisch an die Wasseroberfläche steigt und einen kleinen „Schluck" Luft nimmt, wird der Sauerstoff über das Labyrinthorgan aufgenommen und ins Blut transportiert.
Diese Anpassung war ein entscheidender evolutionärer Vorteil: In den sauerstoffarmen Gewässern Südostasiens, in denen andere Fische ersticken würden, können Labyrinthfische problemlos überleben. Für die Aquarienhaltung bedeutet das, dass du auf eine intensive Belüftung oder starke Strömung verzichten kannst – Labyrinthfische bevorzugen ohnehin ruhiges, stehendes Wasser. Allerdings ist es wichtig, dass sie stets ungehindert an die Wasseroberfläche gelangen können. Ein dichter Pflanzenbewuchs, der die Oberfläche blockiert, kann daher problematisch werden.
Zu den bekanntesten Familien der Labyrinthfische zählen die Fadenfische (Osphronemidae) und die Guramis (Belontiidae bzw. Osphronemidae), wobei die taxonomische Einordnung in der Wissenschaft immer wieder diskutiert wird. Im Aquarium werden die Begriffe oft synonym verwendet. Gemeinsam haben sie alle die fadenartig verlängerten Bauchflossen, die als Tastorgan dienen und den Tieren ein unverwechselbar elegantes Erscheinungsbild verleihen.
Arten im Porträt
Die Gruppe der Labyrinthfische umfasst zahlreiche Arten, die sich in Größe, Farbe und Ansprüchen stark unterscheiden. Hier stelle ich dir die fünf wichtigsten und beliebtesten Arten für die Aquarienhaltung vor.
Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius / Colisa lalia)
Der Zwergfadenfisch, oft auch einfach Zwerggurami genannt, ist mit einer Körperlänge von nur 5 bis 6 Zentimetern der kleinste und zugleich einer der farbenprächtigsten Vertreter seiner Familie. Die Männchen leuchten in intensiven Rot-Blaufarben mit schrägen, abwechselnd roten und blauen Streifen – ein lebendiges Juwel für jedes Aquarium. Die Weibchen sind deutlich dezenter gefärbt, meist silbrig-grau mit feinen Streifen. Zwergfadenfische stammen aus Indien, Bangladesch und Pakistan und bewohnen dort dicht bewachsene, flache Gewässer.
Sie sind relativ friedlich und eignen sich hervorragend für Gesellschaftsbecken ab 60 Litern. Wichtig ist eine ruhige Umgebung und ausreichend Bepflanzung. Die Männchen können untereinander territorial werden – daher sollte man entweder ein einzelnes Männchen mit mehreren Weibchen halten oder nur ein Pärchen. Spezielles Futter für Zwergfadenfische bei Amazon ansehen →
Honiggurami (Trichogaster chuna / Colisa chuna)
Der Honiggurami ist dem Zwergfadenfisch sehr ähnlich, wird aber etwas kleiner (ca. 4,5–5 cm) und zeigt eine noch sanftere Farbgebung. Seinen Namen verdankt er der honig-gelben bis warm-orangenen Färbung, die die Männchen in der Paarungszeit annehmen. Die Weibchen bleiben deutlich blasser. Honigguramis stammen aus dem nordöstlichen Indien und Bangladesch.
Honigguramis sind ausgesprochen friedliche und scheue Fische, die eine ruhige, gut bepflanzte Umgebung mit vielen Versteckmöglichkeiten benötigen. Sie sind perfekt für Nano-Becken ab 60 Litern geeignet und sollten in kleinen Gruppen von 4–6 Tieren gehalten werden. Ein aufmerksamer Beobachter kann bei ihnen faszinierende Balzrituale beobachten. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber schlechten Wasserwerten sind regelmäßige Wasserwechsel von großer Bedeutung.
Riesengurami (Osphronemus goramy)
Der Riesengurami ist der Gigant unter den Labyrinthfischen – mit einer maximalen Größe von über 60 Zentimetern und einem stattlichen Gewicht gehört er zu den größten Aquarienfischen überhaupt. In seiner Heimat Südostasien (Vietnam, Thailand, Malaysia, Indonesien) wird er sogar als Speisefisch gezüchtet. In der Aquaristik ist er eine absolute Besonderheit für Liebhaber großer Becken.
Ein Riesengurami benötigt ein Aquarium von mindestens 2000 Litern – für die meisten Hobbyaquarianer ist das unrealistisch. Jungtiere werden jedoch häufig als kleine, unscheinbare Fische angeboten, die schnell heranwachsen. Man sollte sich vor dem Kauf über die enormen Endmaße und Ansprüche im Klaren sein. Riesenguramis entwickeln mit der Zeit eine erstaunliche Zutraulichkeit und erkennen ihren Pfleger wieder – sie können sogar aus der Hand fressen. Ihre Haltung ist eher etwas für fortgeschrittene Aquarianer mit entsprechendem Platzangebot.
Mosaikfadenfisch (Trichopodus leerii)
Der Mosaikfadenfisch, auch Schuppenfadenfisch genannt, ist ein ausgesprochener Schönling unter den Labyrinthfischen. Mit einer Länge von etwa 10–12 Zentimetern ist er eine mittelgroße Art, die sich durch ihre auffällige Zeichnung auszeichnet: über den gesamten Körper ziehen sich bläulich-silberne Punkte und Linien, die an ein Mosaik erinnern. Die Männchen entwickeln zudem eine leuchtend rote Unterseite. Ihre Heimat liegt in Thailand, Malaysia und auf Sumatra und Borneo.
Mosaikfadenfische gelten als friedlich und verträglich, die Männchen zeigen aber während der Paarungszeit ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Das Becken sollte daher ausreichend strukturiert sein, um Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Ab einer Beckengröße von 150 Litern können sie gut in einem Gesellschaftsbecken gehalten werden. Sie gelten als relativ robust und verzeihen den einen oder anderen Pflegefehler – dennoch sollte man die Wasserqualität stets im Auge behalten.
Schaufelfadenfisch (Belontia hasselti / signata)
Der Schaufelfadenfisch ist eine weniger bekannte, aber nicht weniger faszinierende Art. Mit einer Größe von etwa 15–20 Zentimetern gehört er zu den größeren Labyrinthfischen. Seinen Namen verdankt er den auffällig verbreiterten Bauchflossen, die an kleine Schaufeln erinnern. Er stammt aus Thailand, Malaysia und Indonesien.
Anders als die meisten anderen Labyrinthfische kann der Schaufelfadenfisch durchaus aggressiv und revierbildend sein. Er ist nicht für das typische Gesellschaftsbecken geeignet, sondern eher für ein Artbecken oder für die Vergesellschaftung mit größeren, robusten Fischen. Das Becken sollte ab 200 Litern groß sein und viele Verstecke in Form von Wurzeln, Höhlen und dichter Bepflanzung bieten.
Beckengröße & Wasserwerte
Die Wahl der richtigen Beckengröße und die Einstellung optimaler Wasserwerte sind entscheidend für das Wohlbefinden deiner Labyrinthfische. Die Anforderungen variieren je nach Art erheblich.
Beckengröße nach Art
- Zwergfadenfisch & Honiggurami: Ab 60 Litern, besser ab 80 Litern. Ein 60er-Becken (60 × 30 × 30 cm) reicht für ein Pärchen oder ein Männchen mit zwei Weibchen.
- Mosaikfadenfisch: Ab 150 Litern. Aufgrund der Größe von bis zu 12 cm benötigt diese Art mehr Schwimmraum.
- Schaufelfadenfisch: Ab 200 Litern. Als territorialer Fisch braucht er ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten.
- Riesengurami: Ab 2000 Litern. Nur für öffentliche Schauen oder Liebhaber mit sehr großen Becken geeignet.
Ein wichtiger Grundsatz bei Labyrinthfischen: Die Grundfläche zählt mehr als die Beckenhöhe, da die Tiere viel in horizontalen Schichten schwimmen und regelmäßig an die Oberfläche kommen müssen. Ein flaches, langgestrecktes Becken ist daher besser geeignet als ein hohes, schmales Modell.
Optimale Wasserwerte
Labyrinthfische stammen aus weichen, leicht sauren bis neutralen Gewässern. Folgende Richtwerte haben sich in der Praxis bewährt:
- Temperatur: 24–28 °C (für die meisten Arten). Honigguramis bevorzugen es etwas wärmer (26–28 °C).
- pH-Wert: 6,0–7,5 (leicht sauer bis neutral)
- Gesamthärte (GH): 5–15 °dH
- Karbonathärte (KH): 3–8 °dH
- Nitrit (NO₂): 0 mg/l (unbedingt!)
- Nitrat (NO₃): < 20 mg/l
Eine gute Wasserqualität ist für Labyrinthfische essenziell. Obwohl sie das Labyrinthorgan besitzen und sauerstoffarmes Wasser tolerieren, reagieren sie empfindlich auf Nitrat- und Schadstoffbelastungen. Regelmäßige Wassertests (z. B. von JBL bei Amazon →) sollten zur wöchentlichen Routine gehören. Für die Nachbildung des weichen, leicht sauren Wassers ist der Einsatz von Torf oder Erlenzapfen (bei Amazon erhältlich →) empfehlenswert – sie geben Huminstoffe ab, die das Wasser färben und die natürlichen Bedingungen imitieren.
Einrichtung & Bepflanzung
Die Einrichtung des Aquariums spielt bei der Haltung von Labyrinthfischen eine besonders große Rolle. In der Natur bewohnen sie dicht bewachsene, oftmals dunkle und ruhige Gewässer – genau diese Bedingungen solltest du nachbilden.
Schwimmpflanzen – ein absolutes Muss
Schwimmpflanzen sind für Labyrinthfische nicht nur Dekoration, sondern übernehmen mehrere lebenswichtige Funktionen:
- Gedämpftes Licht: Labyrinthfische mögen keine zu hellen Becken. Schwimmpflanzen wie Rotala, Hornfarn (Ceratopteris thalictroides), Froschbiss (Limnobium laevigatum) oder Sumatra-Farn nehmen die Helligkeit und schaffen eine angenehme Atmosphäre.
- Rückzugsort: Unter dem dichten Blätterdach fühlen sich die Tiere sicher und zeigen ihr natürliches Verhalten.
- Wichtiger Laichplatz: Schaumnester werden bevorzugt unter großen Schwimmblättern oder zwischen feinfiedrigen Pflanzen gebaut.
- Reduzierung der Strömung: Dichte Pflanzen beruhigen die Wasseroberfläche – ideal für die Luftatmung.
Zu den empfehlenswerten Schwimmpflanzen zählen Froschbiss, Teichlebermoos (Riccia fluitans), Hornfarn und Wasserpest (Egeria densa), die auch als Schwimmvariante gehalten werden können.
Bodengrund und Struktur
Ein dunkler Bodengrund (Naturkies oder Soil) kommt den Farben der Tiere zugute und sorgt für ein natürliches Ambiente. Aufgelockerte Bepflanzung mit Freiräumen zum Schwimmen ist ideal. Strukturelemente wie Wurzeln, Steine und Höhlen bieten weitere Verstecke und gliedern das Revier – besonders wichtig bei der Haltung mehrerer Männchen. Eine gute Aquarium-Wurzel (z. B. von JBL bei Amazon →) gibt dem Becken Struktur und dient als natürlicher Rückzugsort.
Bepflanzungsempfehlungen
- Hintergrund: Vallisnerien, Riesenhaargras, Hygrophila-Arten oder Limnophila sessiliflora
- Mittelgrund: Javafarn (Microsorum pteropus), Anubias-Arten auf Wurzeln gebunden, Cryptocorynen
- Vordergrund: Zwergspeerblatt (Anubias nana petite), Moose wie Javamoos oder Weeping Moos
- Schwimmend: Froschbiss, Hornfarn, Teichlebermoos
Vergesellschaftung
Labyrinthfische sind grundsätzlich friedliche Tiere, aber die Männchen können vor allem während der Paarungszeit ein ausgeprägtes Territorialverhalten zeigen. Bei der Vergesellschaftung solltest du einige wichtige Punkte beachten.
Vergesellschaftung untereinander
Mehrere Männchen derselben Art sollten möglichst nicht zusammen gehalten werden – es kommt sonst zu heftigen Kämpfen, die in Stress, Verletzungen und im schlimmsten Fall im Tod eines Tieres enden können. Die Haltung eines Männchens mit mehreren Weibchen ist dagegen problemlos möglich. Bei Arten mit geringerer Aggressivität (Honiggurami, Zwergfadenfisch) kann ein Pärchen in einem ausreichend großen und strukturierten Becken auch ohne Störungen auskommen.
Vergesellschaftung mit anderen Fischen
Labyrinthfische sind ideale Bewohner für ruhige Gesellschaftsbecken. Geeignete Mitbewohner sind:
- Panzerwelse (Corydoras): Bodenbewohnende, friedliche Begleiter
- Harnischwelse (L-Welse): Wie der Antennenwels oder der kleine LDA-16
- Kleine Salmler: Neonsalmler, Rot von Rio, Glühlichtsalmler
- Rasbora-Arten: Galaxy-Rasbora, Harlekinrasbora
- Garnelen: Neocaridina-Arten als putzige Bodenbewohner
Auf gar keinen Fall sollte man Labyrinthfische mit Flossenzupfern wie Sumatrabarben, Schwertträgern oder aggressiven Buntbarschen vergesellschaften. Auch Schwarmfische, die sehr hektisch sind (manche Barbenarten), können die ruhigen Labyrinthfische stressen. Ein gut strukturiertes Aquarium mit vielen Pflanzen und Verstecken für eine optimale Vergesellschaftung (Aquarium-Einrichtung bei Amazon →) minimiert Konflikte und hilft allen Bewohnern, sich wohlzufühlen.
Ernährung
Labyrinthfische sind von Natur aus Allesfresser mit einem leichten Schwerpunkt auf tierischer Kost. In der freien Wildbahn ernähren sie sich vorwiegend von Insekten, Insektenlarven, Kleinkrebsen und Zooplankton, aber auch von pflanzlichem Material und Algen.
Geeignetes Futter
- Hochwertiges Trockenfutter: Flocken- oder Granulatfutter mit hohem Proteingehalt. Spezielle Futter für Labyrinthfische (z. B. von Tetra bei Amazon →) ist auf ihre Bedürfnisse abgestimmt.
- Frostfutter: Mückenlarven (rote und schwarze), Artemia, Daphnien – das sind absolute Leckerbissen, die von allen Labyrinthfischen gerne angenommen werden.
- Lebendfutter: Weiße Mückenlarven, Grindalwürmer, Tubifex und kleine Heimchen. Lebendfutter stimuliert den natürlichen Jagdtrieb und sorgt für beste Kondition.
- Pflanzliche Kost: Gelegentlich überbrühte Erbsen, Gurke oder Zucchini sowie Algenfutter-Tabs.
Eine abwechslungsreiche Ernährung ist das A und O für gesunde und farbenprächtige Labyrinthfische. Futtere zwei- bis dreimal täglich in kleinen Portionen, die innerhalb weniger Minuten aufgefressen werden. Überfütterung ist die häufigste Ursache für schlechte Wasserwerte und damit verbundene Gesundheitsprobleme. Besonders in der Zuchtphase solltest du auf eine proteinreiche Kost mit Lebend- oder Frostfutter (bei Amazon erhältlich →) setzen, um die Kondition der Zuchttiere zu maximieren.
Zucht (Schaumnestbau)
Die Zucht von Labyrinthfischen ist eine der spannendsten Erfahrungen in der Aquaristik. Alle hier vorgestellten Arten sind Schaumnesterbauer – ein Verhalten, das zu den beeindruckendsten Schauspielen im Aquarium überhaupt zählt.
Wie bauen Labyrinthfische ihr Schaumnest?
Bei der Fortpflanzung baut das Männchen an der Wasseroberfläche ein Nest aus unzähligen kleinen Luftbläschen, die mit Speichel umhüllt und zu einer stabilen, schaumigen Masse verbunden werden. Dieses Schaumnest wird meist unter großen Schwimmblättern, zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder in einer ruhigen Ecke des Aquariums angelegt. Der Bau des Nestes ist ein klares Signal: Das Männchen ist paarungsbereit und wirbt nun um ein Weibchen.
Der Ablauf der Paarung
Sobald das Nest fertig ist, beginnt das Männchen mit einem beeindruckenden Balztanz. Es schwimmt in engen Kreisen um das Weibchen, spreizt seine Flossen und präsentiert sich in den prächtigsten Farben. Wenn das Weibchen paarungsbereit ist, schwimmt es gemeinsam mit dem Männchen unter das Schaumnest. Dort umschlingt das Männchen das Weibchen und presst die Eier aus dem Weibchen heraus, während es diese gleichzeitig mit seiner Milch befruchtet. Die Eier sinken zunächst zu Boden, werden aber sofort vom Männchen eingesammelt und ins Nest gespuckt.
Die Aufzucht der Jungfische
Nach der Paarung übernimmt das Männchen die alleinige Brutpflege. Es bewacht das Nest, sucht herausfallende Eier und setzt sie zurück, und fächelt frisches Wasser an die Eier. Das Weibchen solltest du nach dem Ablaichen aus dem Becken entfernen, da es sonst vom Männchen vertrieben oder verletzt werden könnte. Nach 24–48 Stunden schlüpfen die Larven und hängen zunächst noch an den Blasen des Schaumnests. Nach etwa 3–5 Tagen sind sie freischwimmend und beginnen, selbstständig nach Nahrung zu suchen.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, auch das Männchen aus dem Zuchtbecken zu entfernen. Die Aufzucht der Jungfische erfolgt mit feinstem Staubfutter, Infusorien oder frisch geschlüpften Artemia-Nauplien (Zubehör bei Amazon →). Nach etwa 4–6 Wochen können die Jungtiere erstes feines Granulat oder zerriebene Flocken fressen. Die Jungfische wachsen unterschiedlich schnell – ein regelmäßiges Größen-Sortieren verhindert Kannibalismus und sichert den bestmöglichen Aufwuchs.
Tipps für die erfolgreiche Zucht
- Zuchtbecken: Ein separates Becken mit 20–30 Litern, geringem Wasserstand (10–15 cm) und dichter Schwimmbepflanzung.
- Temperatur: Erhöhe die Temperatur um 2–3 °C auf etwa 28–29 °C, um das Laichverhalten zu stimulieren.
- Fütterung: Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven) einige Tage vor dem anvisierten Laichtermin in rauen Mengen anbieten.
- Wasserwerte: Weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0–6,5, GH 4–8 °dH) begünstigt die Zucht erheblich.
- Oberfläche: Eine ruhige Wasseroberfläche ohne Strömung ist essenziell – setze einen Schwammfilter (Mini-Filter bei Amazon →) ein, der keine Strömung erzeugt.
Fazit
Fadenfische und Guramis – die Labyrinthfische – sind eine der faszinierendsten Fischgruppen für das Süßwasseraquarium. Ihr einzigartiges Labyrinthorgan, ihr elegantes Erscheinungsbild, ihre interessanten Verhaltensweisen und die beeindruckende Schaumnestbrut machen sie zu etwas ganz Besonderem. Ob der farbenfrohe Zwergfadenfisch für das kleine Gesellschaftsbecken, der sanfte Honiggurami für das ruhige Aquarium oder der imposante Mosaikfadenfisch für das große Becken – für jeden Aquarianer gibt es den passenden Labyrinthfisch.
Wichtig für eine erfolgreiche Haltung sind ausreichend Platz, weiches und sauberes Wasser, eine dichte Bepflanzung mit Schwimmpflanzen und eine ruhige Umgebung. Wenn du diese Grundbedingungen erfüllst, wirst du lange Freude an deinen Labyrinthfischen haben und täglich aufs Neue von ihrer Schönheit und ihrem Verhalten begeistert sein.
Mein Tipp für Einsteiger: Starte mit einem Pärchen Zwergfadenfische in einem gut bepflanzten 60-Liter-Becken. Sie sind robust, farbenprächtig und zeigen bereits nach kurzer Zeit ihr volles Verhaltensrepertoire – inklusive Schaumnestbau. Mit etwas Glück und guter Pflege wirst du schon bald die ersten Jungfische bestaunen können!
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Perfekt für Schaumnest-Zuchten geeignet. Erzeugt keine starke Strömung, sodass das Nest nicht zerstört wird. Ideal für kleine Zuchtbecken ab 10 Litern.
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Dieser Guide wurde zuletzt aktualisiert am 4. Juni 2026. Die Amazon-Preise und Verfügbarkeiten können abweichen. Wir empfehlen, vor dem Kauf die aktuellen Produktinformationen auf Amazon zu prüfen.